
Barberei und Zivilisation - Heute morgen hatte ich bereits zwei Stunden das Vergnügen die von mir sehr geschätzte FAZ-Sonntagszeitung zu lesen, zwei Tassen Milchkaffee zu trinken und die sehr gut gewählten klassischen Stücke der vorliegenden CD, die zum Zeitunglesen empfohlen wird , zu hören.Nächste Woche findet in Frankfurt die Buchmesse statt, deshalb ist der Feuilleton-Teil der FAZ heute besonders interessant. Ein letztes Gespräch mit Walter Kempowski, der Freitagnacht gestorben ist, hat mich sehr berührt.Beeindruckt bin ich von der Rezension Peter Richters zu D. F. Sarmientos: Barbarei und Zivilisation. Dieses Buch soll als Beitrag Argentiniens zur Romantik-Debatte gewertet werden, wie man von Richter erfährt. Zivilisation und Barberei lässt sich insofern als exemplarischer Anwendungsfall zu Rüdiger Safranskis zeitlosem Romantik-Theorem lesen, wonach es ästhetisch zu verarbeiten gilt, was politisch nicht geheuer ist, so Richter.Während ich Claudio Seidels Rezension zur neu erschienenen Balzac-Biographie las, hörte ich Bizets L`arlesienne-Suite Nr. 2 und habe im Anschluss an diesen hervorragend geschriebenen Beitrag mit großem Interesse zur Kenntnis genommen, dass im November eine achtbändige Balzac-Ausgabe erscheint.Die Kompositionen auf der CD ,so mein Testergebnis, eignen sich wirklich bestens zum Zeitunglesen , sind durchaus in der Lage spontane Aufgeregtheiten zu besänftigen, wenn man , was leider nicht zu verhindern ist, auf unausgewogene Artikel im politischen Teil der Zeitung stößt.Stuart Pigotts Betrachtungen zum neuen Weinatlas Deutschland und Jürgen Dollases Restaurantkritik , diesmal steht die Zirbelstube in Stuttgart im Focus, dazu Auszüge aus Vivaldis Concerto D-Dur RV 512 entlassen den Klassik-Liebhaber und Zeitung-Leser vergnügt in den sonnigen Oktobersonntag.Zum Kauf kann geraten werden!